Fließender Horizont & schwebendes Faltwerk
Der Ausbau des Dachgeschosses aus den 1980er Jahren in der Leipziger Straße basiert auf einer radikalen Neustrukturierung der inneren Ordnung. Durch das Zusammenspiel von maßgefertigten Einbaumöbeln und offenen Raumfolgen wird die ehemals fragmentierte Struktur aufgelöst. Es entsteht eine klar gegliederte Raumlandschaft, in der Bewegung, Geometrie und gezielte Blickbeziehungen ein schlüssiges Ganzes bilden.
Raumfluss unter beruhigter Geometrie
Der Entwurf nutzt die geometrischen und statischen Herausforderungen des Bestands konsequent als Entwurfschance. Die kleinteilige Grundrissstruktur der 1980er Jahre wurde vollständig aufgelöst, um eine zeitgemäße, fließende Raumorganisation zu ermöglichen. Dieser Ansatz verbindet funktionale Präzision im Innenausbau mit einer klaren visuellen Beruhigung der Räume: Statt additiver Kosmetik transformiert die architektonische Intervention die vorgefundene Enge in ein großzügiges, klar lesbares Raumgefüge.
Innere Neuordnung & Raumgefüge
Zentrale Elemente der Neugliederung sind ein skulpturales Faltwerk und ein geschwungener Baldachin. Die unruhige Geometrie des bestehenden Dachstuhls wurde durch eine glatte, helle Innenbekleidung zu einem harmonischen Deckenfaltwerk mit scharfen Knickkanten zusammengefasst. Darunter zieht sich der prägnante Baldachin als schwebende Horizontkante vom Eingangsbereich bis tief in die Wohnung. Er definiert die Raumachsen neu, inszeniert die lichten Höhen und dient als Plattform für integriertes, indirektes Licht, das die plastische Qualität der Deckenstruktur subtil hervorhebt.
Entlang dieser horizontalen Leitlinie entfaltet sich eine maßgefertigte Einbaumöbel-Front, die sich sägezahnartig in den Raum entwickelt. Diese funktionale Wandstruktur integriert komplizierte Nischen und überspielt selbst massive statische Fremdkörper – wie die tiefe Aufzugsüberfahrt – vollständig. Ein plastisch ausgeformter Sitzplatz im Rücken der Küche führt diese Formensprache konsequent fort und verankert den Funktionsbereich fließend im Gesamtgefüge.
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Innen–Außen-Bezüge & urbane Resonanz
Die Gliederung der Wohnung ist konsequent auf den Außenraum und den Lichteinfall ausgerichtet. Blickachsen und Tageslicht werden gezielt instrumentalisiert, um den Innenraum visuell zu erweitern. Durch diese präzise Führung der Öffnungen wird die Frankfurter Skyline als dominantes Bildelement in den Wohnbereich geholt, während das Tageslicht ungehindert tief in die Wohnung fällt. Die Architektur führt so Geborgenheit und urbane Weite in einer ausgewogenen, sachlichen Balance zusammen.
Diese starke visuelle Verschränkung der Sphären erfährt im Küchenbereich ihre bauliche Zuspitzung. Über der Arbeitsplatte erstreckt sich ein großformatiges, horizontales Schiebefenster, das im geöffneten Zustand die Küche zu einer offenen Theke zur Dachterrasse transformiert. Die Fensterbrüstung fungiert auf der Außenseite gleichzeitig als Rückenlehne für eine fest integrierte Terrassensitzbank. Durch diese Detail-Raffinesse fließen Kochen, Wohnen und der weite Blick über die Stadt nahtlos ineinander über.
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Kunde
Kategorie
Architektur
Jahr
Team
Bilder
Bild 1 - Wellenförmiger Baldachin als visuelle Leitlinie
Bild 2 - Zonierung des Raumes durch skulpuralen Raumteiler
Bild 3 - Dachterrasse mit umlaufend integrierter Sitzbank
Bild 4 - In die Wandbekleidung integrierte Zimmertüren
Bild 5 - Zugang zur Dachterrasse
Bild 6 - Perspektifische Blickführung durch wellenförmigen Baldachin
Bild 7 - Korrespondierende Formen und raumübergreifende Beziehungen
Bild 8 - Geöffnetes Schiebefenster als Theke zur Dachterrasse
Bild 9 - Fließende Raumfolge bei schrankgerahmtem, geöffneten Durchgang
Bild 10 - Begrenzter Durchblick durch schmalen Schiebetürspalt
Bild 11 - Zentraler Raumfokus mit integriertem Brüstungsmöbel und Einbaumöbel vor dem Durchgang rechts

