Sanierung des 33-geschossigen Büro-Hochhauses
Der Silberturm in Frankfurt am Main, einst Deutschlands höchstes Hochhaus, erstrahlt nach einer umfassenden Sanierung in neuem Glanz. Die Revitalisierung des 166 Meter hohen, 33-geschossigen Bürogebäudes fokussierte sich auf nachhaltige Modernisierung und innovative Arbeitswelten. exitecture architekten übernahmen als assoziierte Architekten die Projektleitung im Auftrag des Generalplaners schneider+schumacher Bau und Projektmanagement GmbH. Die strategische, gestalterische und technische Betreuung des Planungsteams sowie die Ausführungsplanung für spezielle Bauteile, Türelement und Sondergeschosse lagen in ihrer Verantwortung.
Ein Wahrzeichen wird modernisiert
Der 1978 errichtete Silberturm, bekannt für seine markante silberne Aluminiumfassade und runden Ecken, prägt seit Jahrzehnten die Skyline Frankfurts. Nach dem Auszug der Dresdner Bank im Jahr 2008 wurde das Gebäude einer umfassenden Sanierung unterzogen. Ziel war es, die Büroflächen zu modernisieren, den Energieverbrauch um ein Drittel zu reduzieren und aktuellen Brandschutzvorschriften gerecht zu werden. Die Commerzbank, als Bauherr, strebte dabei ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Silber an.
Aufnahme in die Denkmalliste
Im Jahr 2020 wurde der Silberturm offiziell in die Denkmalliste der Stadt Frankfurt aufgenommen. Die Begründung der Denkmalschutzbehörde lautete: "Der Silberturm ist ein herausragendes Beispiel der deutschen Hochhausarchitektur der 1970er Jahre und ein bedeutendes Zeugnis der modernen Stadtentwicklung Frankfurts." Die behutsame Fortschreibung der Gestaltung während der Sanierung ermöglichte es, den Geist des Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig den Anforderungen an moderne Arbeitswelten gerecht zu werden. Damit bleibt der Silberturm nicht nur ein technisches, sondern auch ein architektonisches Denkmal von nationaler Bedeutung.
Kunde
Jahr
Kategorie
Sanierung / Building Transformation
Bruttogrundfläche: 77.509 m²
Brutto Rauminhalt: 343.874 m³
Projektkosten: 110 Mio. €
Team
im Auftrag von schneider+schuhmacher
Auszeichungen
2012: Zertifikat in Silber der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DNGB) (entspricht dem internationalen USGBC LEED Gold Rating)
2017: Gestaltungspreis der Wüstenrot-Stiftung.
2023: Aufnahme auf die Liste der hessischen Denkmäler

Jeder Arbeitsplatz profitiert von einem Blick nach draußen über die Stadt und in den Himmel.
Innovative Arbeitswelten
Im Zuge der Sanierung wurden die Büroflächen neu konzipiert, um den Anforderungen moderner Arbeitswelten gerecht zu werden. Die großzügigen Etagen von über 1.200 m² wurden in verschiedene Zonen unterteilt: Arbeitsbereiche, Ruhezonen, Meeting Points und Think Tanks fördern den produktiven Austausch und bieten Raum für konzentriertes Arbeiten.
Nachhaltigkeit im Fokus
Die Sanierung des Silberturms legte besonderen Wert auf nachhaltige Maßnahmen. Durch energetische Modernisierung konnten der Energieverbrauch und der CO₂-Ausstoß signifikant gesenkt werden. Das Gebäude erhielt unter anderem ein innovatives Heiz- und Kühlsystem, das in die neu entwickelte multifunktionale Decke integriert wurde. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) honorierte dies mit dem Zertifikat in Silber.

Jeder Arbeitsplatz profitiert von einem Blick nach draußen über die Stadt und in den Himmel.

Sitzgruppen fördern den Austausch in Kleingruppen.
Ein neues Kapitel für den Silberturm
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wurde der Silberturm an die Deutsche Bahn übergeben und dient seitdem als Hauptsitz der DB Systel GmbH, dem IT-Dienstleister der Deutschen Bahn. Mit der gelungenen Verbindung von historischem Charme und modernster Technik setzt der Silberturm ein Zeichen für die Revitalisierung von Bestandsgebäuden und bleibt ein prägendes Wahrzeichen in der Frankfurter Skyline.
Zuvor war er jahrzehntelang die Konzernzentrale der Dresdner Bank, die mit ihrer Übernahme durch die Commerzbank 2008 auch die Verantwortung für das ikonische Hochhaus übernahm. Die Commerzbank leitete die umfassende Sanierung ein und bewahrte damit nicht nur die markante Erscheinung des Silberturms, sondern führte ihn auch in eine nachhaltige Zukunft.
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Technische Raffinessen
Ein zentrales Element der Sanierung ist die Entwicklung einer höhendifferenzierten, multifunktionalen Ausbaudecke. Diese Decke dient nicht nur als schallabsorbierende Heiz- und Kühldecke, sondern integriert auch direkte und indirekte Beleuchtung, die für optimale Arbeitsbedingungen sorgt.
Das Deckensystem greift die Gebäudestruktur mit Unterzügen auf und setzt das Motiv der abgerundeten Ecken im Innenraum fort. Zudem ermöglicht es flexible Nutzungszonierungen mit variablen Trennwandanschlüssen.
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Meetingpoints mit Sitzgelegenheiten in jeder Etage bieten zusätzliche Kommunikationsmöglichkeiten.

In den Sanitärbereichen wurden ausgerundeten Raumkanten geplant. Diese ergänzt sich über die Spiegelung als haustypisches Gestaltungsmotiv.
Eine Hommage an die ursprüngliche Gestaltung
Das Gestaltungskonzept des Silberturms erstreckt sich bis in die Nebenbereiche und jedes Detail, wobei es sich an der ursprünglichen Formensprache und Qualität orientiert. Inspiriert von Otl Aichers Designprinzipien für die Dresdner Bank, die auf Nüchternheit, Rationalität und Funktionalität setzten, wurde bei der Sanierung des Silberturms darauf geachtet, diese Werte in allen Bereichen des Gebäudes widerzuspiegeln.
Dies zeigt sich in der sorgfältigen Auswahl von Materialien, Farben und Möbeln, die harmonisch aufeinander abgestimmt sind und ein einheitliches Erscheinungsbild schaffen. Durch die Integration moderner Technik in das historische Design wird die ursprüngliche Ästhetik bewahrt und gleichzeitig den Anforderungen eines zeitgemäßen Arbeitsplatzes gerecht.
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